Leistung 03
Lasergravur und Laserschnitt
Vier Systeme für unterschiedliche Materialien. Was auf dem einen nicht geht, geht meist auf einem anderen.
Warum vier Laser
Kein Lasertyp kann alles. CO2 schneidet Holz und Acryl hervorragend, prallt an blankem Metall aber ab. Faserlaser beschriften Metall dauerhaft, verbrennen organische Materialien. UV-Laser arbeiten mit so geringem Wärmeeintrag, dass auch empfindliche Kunststoffe und Glas sauber bleiben.
Vier Systeme heißen: Dein Material bestimmt das Verfahren, nicht umgekehrt.
| System | Leistung | Arbeitsfläche | Materialien |
|---|---|---|---|
| CO2-Laser P2 | 55 W | 600 × 305 × 210 mm | Holz, Acryl, Leder, Papier, Karton, Textil, Gummi Drehachse RA2 Pro |
| Monport GA 60 MoPa | 60 W | 175 × 175 × 210 mm | Metalle, eloxiertes Aluminium, Edelstahl, Messing |
| xTool F2 Ultra UV | 5 W | 200 × 200 × 150 mm | Kunststoffe, Glas, empfindliche Oberflächen Drehachse RA3 |
| Diodenlaser | 10 W | 310 × 270 × 210 mm | Holz, dunkle Kunststoffe |
Besonderheit
Farbgravur auf Edelstahl
Der MoPa-Faserlaser kann etwas, das Standard-Faserlaser nicht können: farbige Gravuren auf Edelstahl. Die Farbe entsteht nicht durch Farbauftrag, sondern durch eine gezielt erzeugte Oxidschicht — sie kann also nicht abblättern und ist so beständig wie das Material darunter.
Anwendung findet das bei Typenschildern, Firmenlogos, Kennzeichnungen und personalisierten Gegenständen. Welche Farben erreichbar sind, hängt an Legierung und Oberflächenzustand; bei einer Anfrage in Serie empfehle ich einen Musterlauf am Originalmaterial.
Runde Werkstücke
Zwei der Systeme lassen sich mit einer Drehachse betreiben — der CO2-Laser mit der RA2 Pro, der UV-Laser mit der RA3. Das Werkstück dreht sich dabei unter dem Laser, statt flach zu liegen.
Damit sind Gravuren rundum möglich: Flaschen, Trinkbecher, Thermosbecher, Rohre, Werkzeuggriffe, Kerzen, Gläser. Ohne Drehachse ließe sich auf einem Zylinder nur ein schmaler Streifen sauber gravieren, weil der Fokus zu den Rändern hin wegläuft.
Für Serien mit umlaufendem Motiv oder für Beschriftung, die sich über den ganzen Umfang zieht, ist das der Unterschied zwischen machbar und nicht machbar.
Der UV-Laser für empfindliche Materialien
Der UV-Laser arbeitet „kalt“, also mit sehr geringem Wärmeeintrag ins Material. Das ist der Grund, warum damit Kunststoffe beschriftet werden können, die unter CO2 schmelzen oder verbrennen würden, und warum Glas graviert werden kann, ohne dass es springt.
Typisch: Beschriftung von Gehäusen und Bedienelementen, Gravur auf Glas, Markierung auf hellen Kunststoffen, bei denen andere Verfahren keinen Kontrast erzeugen.
Was gelasert wird
Gravur und Beschriftung
Logos, Typenschilder, Seriennummern, Skalen, Bedienbeschriftung, Personalisierung.
Zuschnitt
Konturen aus Holz, Acryl, Leder, Karton und Textil. Für Schablonen, Deko, Verpackungseinlagen und Prototypen.
Kombination mit anderen Verfahren
Gefräste oder gedruckte Teile aus eigener Fertigung werden direkt weiterbearbeitet, ohne Zwischenversand. Eine gefräste Frontplatte bekommt ihre Beschriftung im selben Haus, ein gedrucktes Gehäuse sein Typenschild.
Beigestelltes Material
Du kannst eigenes Material einschicken. Zwei Dinge brauche ich dann von dir:
Die Materialangabe. Nicht „schwarzer Kunststoff“, sondern nach Möglichkeit die Bezeichnung oder das Datenblatt.
Bei beigestelltem Material empfehle ich, ein Reststück mitzuschicken. Daran lässt sich die Einstellung testen, ohne dein eigentliches Werkstück zu riskieren.